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Die Bergtoilette – 4 Alternativen

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Die Bergtoilette – 4 Alternativen

Wir alle kennen unser gutes, altes Klo zuhause. Das stille Örtchen, an dem jeder/jede zumindest ein paar Minuten des Tages für sich hat und in tiefsinnigen Gedanken schwelgen kann. Natürlich, aber wie sieht es eigentlich mit Toiletten in abgelegenen Regionen aus? Hoch oben in den Bergen sieht so etwas häufig anders aus, wie du dir vielleicht vorstellen kannst. Über den Luxus einer Spülung verfügen da die wenigsten. Umso interessanter finden wir, wie allerorts auf der Welt damit umgegangen wird. 

Berghüttenbesitzer stehen in puncto Sanitäranlagen vor einer grundlegenden Herausforderung. Bei einem herkömmlichen WC ist mit einem Druck auf die Spültaste das Problem aus der Welt geschafft. Doch verfügt man über keinen Kanalanschluss – und in vielen Fällen auch nicht über ausreichend Wasser – stehen die Dinge anders. Pro Toilettenspülung werden circa 5 Liter reines Wasser in Abwasser verwandelt, das nur gereinigt an die Umwelt zurückgegeben werden darf.

Toiletten ohne Wasseranschluss sparen eine enorme Menge an Trinkwasser. Im Jahr fallen pro Person circa 50 Liter Fäkalien und rund 500 Liter Urin an. Auf herkömmlichen WCs kommt man so durchschnittlich auf sage und schreibe 20.000 Liter meist reines Wasser. Bei anderen Systemen reduziert sich das Abwasser auf 0 bis circa 5% eines konventionellen WCs.

Bedenkt man, dass in vielen Regionen der Welt chronische Wasserknappheit herrscht, so erschließt sich aus ökologischer Sicht sofort ein enormer Vorteil von Toiletten ohne Spülung. Nicht nur in alpinen Gebieten, sondern auch in besonders warmen Erdteilen lösen so die Menschen ihre Notdurft. In erster Linie allerdings, weil die Menschen in solchen Regionen kaum eine andere Wahl haben.

Nun gibt es die unterschiedlichsten Lösungen, die auf Alpinhütten Anwendung finden. Sie alle kommen ohne einen Wasseranschluss oder einen Kanal aus.

Vom Design lassen sie sich eigentlich kaum unterscheiden: Eine kleine Holzkabine mit kaum mehr Platz als man zum Sitzen benötigt. Die vielen kleinen Schlitze zwischen den Brettern, durch die die Sonne scheint – Das traditionelle Toilettenhäuschen findet man überall auf der Welt und oft ist es eben genau das, was zum Hütten-Feeling dazugehört, wenn man in den Bergen unterwegs ist. Es wird auf überflüssigen Luxus verzichtet und man nimmt Nachts den „abenteuerlichen“ Weg zum Donnerbalken in Kauf. Schon klar – ein Stadttiger, wird sich nie wirklich mit den primitiven Sanitäranlagen in den Bergen anfreunden, aber aussuchen kann er oder sie es sich auch nicht.

Für dieses Problem gibt es unterschiedliche, mehr oder weniger zufriedenstellende Lösungen. Folgende Toilettenarten sind auf Berghütten anzutreffen:

  • Plumpsklo
  • Trockentoilette
  • Trennklo
  • Natürliche Helfer, wie z. B. Kompostwürmer (erzeugen Humus aus Feststoffen).

Das klassische Plumpsklo

Das Plumpsklo ist ein System, wie es bereits bei den Römern bis ins späte Mittelalter zum Einsatz kam, aber auch heute noch vielerorts zu finden ist. Vielleicht hast du bei deinen Großeltern im Garten schon eines entdeckt. Im Grunde genommen wird hier eine Grube gegraben, auf die ein Holz-Häusl gestellt wird. Die Ausscheidungen plumpsen durch eine Öffnung im Sitzbrett und ist die Grube voll, wird sie entleert.
Aber wohin mit den Exkrementen? Meistens werden sie einfach auf einem Feld verteilt und gewartet, bis die Natur ihre Arbeit verrichtet hat und die Überreste zersetzt hat.

Oder die Grube wird einfach zugeschüttet und das Klohäuschen wird andernorts aufgestellt.

Die Trockentoilette

Als Nächstes findet man recht häufig die Trockentoilette, auch bekannt als Komposttoilette. Ein altbewährtes System, wie es auch bei öKlo Anwendung findet, bei dem man sein Geschäft direkt über einem Behälter gefüllt mit Rindenmulch, Holzspänen oder Stroh verübt. Anschließend werden die Fäkalien gesammelt, gelagert und über einen längeren Zeitraum allmählich kompostiert. Allerdings sei an dieser Stelle kurz erwähnt, dass bei Temperaturen unter 10 °C nahezu kein Kompostierprozess mehr stattfindet, und die Feststoffe beheizt gelagert werden müssen, um einen fortwährenden Zerfallsprozess zu gewährleisten.

Das Trennklo

Geht man noch einen Schritt weiter, kann man den Urin schon trennen, bevor er im Fäkaltank landet. Wie der Name Trennklo schon vermuten lässt, werden feste und flüssige Stoffe voneinander separiert in Behältern aufgefangen. So lassen sich dann die Feststoffe kompostieren und der getrennte Urin wird dann im Laufe der Zeit zur nächsten Kläranlage oder zur nächsten Entsorgungsstation für Campingtoiletten gebracht. Einige Trennklo-Varianten leiten den Urin auch direkt ab. Sie verlegen einfach eine Leitung irgendwo in die Natur. Das ist natürlich keinesfalls die beste Lösung, vor allem auf Dauer.

Der Kompostwurm

Der Kompostwurm oder auch Mistwurm ist eine weit verbreitete Gattung der Regenwürmer. Er kann nahezu überall wie zum Beispiel zwischen verrottenden Pflanzen, in Wiesenböden oder Misthaufen gefunden werden. Dieser Wurm frisst sich durch die oberen, nährstoffreichen Schichten der Erde und lockert diese damit auf, sodass Luft und Wasser eindringen können. Dieser Prozess verursacht die Entstehung von Humuserde, die im weiteren Verlauf wieder zurück in die Natur gegeben werden kann, um beispielsweise Pflanzen zu düngen.

Die Menschheit setzt auf Innovation

Aber warum bevorzugt der Großteil der Menschen das klassische WC? Einfach, weil wir die Möglichkeit der Wahl haben. Wie wir in unserem letzten Blog (Vor 200 Jahren unmöglich – Heute Realität) bereits erwähnt haben, strebt die Menschheit nach Effizienz und Vereinfachung in allen Bereichen. Da liegt es nahe, dass man das Problem lieber mit einem Knopfdruck aus der Welt schafft. Denn, Hand aufs Herz, die wenigsten hantieren gern mit Fäkalien, wenn es sich denn vermeiden lässt. Blickt man allerdings in Problemzonen der großen Ballungsräume dieser Welt, merkt man schnell, wozu Überbevölkerung und dementsprechend überlastete Abwassersysteme führen können.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die einen können sich ein Klo ohne Spülung kaum vorstellen, da sie zeit ihres Lebens damit aufgewachsen sind. Die anderen schwören auf wasserlose Systeme. Wie man es nun auch dreht und wendet, hier spalten sich einfach die Meinungen. Wir von öKlo, sprechen sich ganz klar für die Trockentoilette aus (wer hätte das wohl gedacht). Jedoch bleibt jedem selbst überlassen, welche der unterschiedlichen Varianten er bevorzugen vermag. Nur eines ist sicher – die Notdurft bleibt noch keinem von uns erspart.

Quellen:

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