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Wir brauchen dringend eine neue Kompostverordnung, am besten schon 2022!

Kompost aus menschlichen Ausscheidungen ist wertvoll.
Wie durch eine einfache Änderung einer veralteten Kompostverordnung uns allen, dem Klima und der Umwelt geholfen werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Die Verschwendung

Wir verschwenden – beinahe mutwillig – wertvolle Ressourcen, weil eine hinderliche Situation, die auf historisch gewachsenen Paradigmen und nicht mehr zeitgemäßen Rechtsgrundlagen beruht, aufrechterhalten wird. Sie können das ändern.

Vorrangiges Ziel muss es sein, wertvolle Pflanzen- und Bodennährstoffe – wie Phosphat, Kalium und Stickstoff – nicht einfach zu verschwenden, also in eine Form zu überführen, die sie nur noch schwer nutzbar machen. Daher sollten wir danach trachten, diese Wertstoffe durch eine natürliche Kreislaufwirtschaft im System zu halten.

Eine unumgängliche Voraussetzung dafür ist die derzeit in Österreich gültige Kompostverordnung an den modernen Stand der Technik und der Wissenschaft anzupassen.

Kompost und Dünger: Die rechtliche Situation

Obwohl in der EU-Abfallrichtlinie von 2008 (2008/98/EG über Abfälle) festgehalten ist, dass die EU und all ihre Mitgliedsstaaten rechtlich verpflichtet sind, Abfälle entsprechend der vorgegebenen Abfallhierarchie zu entsorgen, wird das laut derzeitiger österreichischer Kompostverordnung verhindert. Jedenfalls soweit es menschliche Fäkalien betrifft.

Menschliche Ausscheidungen kann man nicht vermeiden, wohl aber mit modernen Verfahren recyceln und einer wertvollen Verwertung zuführen. Der Stand der Technik und der Wissenschaft ermöglicht es problemlos auch in Bezug auf Fäkalien der EU-Richtlinie vollkommen zu entsprechen.

Anders ausgedrückt: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und wissenschaftliche Innovationen machen es nunmehr möglich menschliche Fäkalien so zu behandeln und aufzubereiten, dass Schadstoffe entfernt und die darin enthaltenen Nährstoffe genutzt und damit im natürlichen Kreislauf gehalten werden können.

Das wiederum führt zu einem weiteren rechtlichen Aspekt: Da es also möglich ist menschliche Ausscheidungen, genauso wie tierische – zum Beispiel Schweine-Gülle oder Kuhdung – einer erwerbsmäßigen, also auch ökonomisch sinnvollen Verwertung zuzuführen, wäre der Gesetzgeber geradezu verpflichtet, die potenzielle Ausübung einer solchen Tätigkeit zu ermöglichen.

Ein von der Firma öKlo in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten[1] zeigt eindeutig, dass die Differenzierung von menschlichen und tierischen Fäkalien sachlich (und auch wissenschaftlich) nicht gerechtfertigt ist.

Außerdem wird in diesem Rechtsgutachten die Unterscheidung von Klärschlamm und dem Abfall aus Trockentoiletten betrachtet. Klärschlamm entsteht aus der Behandlung von Abwasser, in dem zu einem großen Teil menschliche Fäkalien enthalten sind.  Zusätzlich finden sich im Klärschlamm auch noch die Rückstände aus vielen anderen Abfällen und Abwässern, wie zum Beispiel Schwermetalle.

Kurz zusammengefasst: Trotzdem darf Klärschlamm unter bestimmten Voraussetzungen kompostiert werden. Der Abfall aus Trockentoiletten jedoch (noch) nicht.

Damit ergibt sich aus rechtlicher Sicht die Notwendigkeit die österreichische Kompostverordnung dahingehend anzupassen, dass menschliche Fäkalien unter einwandfreien hygienischen Voraussetzungen und überprüften technischen Verfahren kompostiert und in Verkehr gebracht werden dürfen.

Kompost und Dünger: Derzeit zu wenig aus natürlichen Ressourcen
Kompost und Dünger: Derzeit zu wenig aus natürlichen Ressourcen

Das vergeudete Potential

Obwohl die Verwertung menschlicher Ausscheidungen ein enormes ökologisches Potential in sich birgt um der fortwährend steigenden Rohstoffverknappung, der Energieverschwendung zum Beispiel bei der Herstellung von Düngern, der Bodenverödung und der Klimaerwärmung entgegenzuwirken, wird vom Gesetzgeber genau das derzeit verhindert.

Fäkalien enthalten essenzielle Pflanzennährstoffe und sind oft weniger belastet als andere Abfälle, die zur Herstellung von Komposten und Recyclingdünger verwendet werden. Laut der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft und Abfall e. V. (DWA) könnten bis zu 25 Prozent der ausgebrachten synthetischen Mineraldünger durch Recyclingdünger aus menschlichen Fäkalien ersetzt werden.

Das heißt: Wir verschwenden nicht weiterhin viele wertvolle Makro- und Mikronährstoffe, die wir andernfalls energieaufwendig aus endlichen Ressourcen herstellen oder gar aus fernen Welt-Regionen importieren müssen.

Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel, sowie die Micro-Nährstoffe Bor, Chlor, Eisen, Mangan, Nickel und Zink: Alles ist in menschlichen Ausscheidungen bereits vorhanden.

Derzeit beuten wir dafür endliche Rohstoffe aus (Phosphat-Abbau!) oder/und verschwenden übermäßig fossile Energie für Herstellung und Transport und emittieren dafür auch noch große Mengen an CO2. Wir belasten unsere Umwelt also gleich doppelt und dreifach, statt vorhandene Ressourcen im Natur-Kreislauf zu halten.

Wenn man bedenkt, dass allein der Energiebedarf für Herstellung, Transport und Ausbringung von einer Tonne Stickstoffdünger dem Energiegehalt von zwei Tonnen Erdöl entspricht[2] und in Österreich über 117.000 Tonnen alleine im Jahr 2020[3] davon ausgebracht wurden, erkennt man von welchen Dimensionen hier die Rede ist.

Auch dramatisch: Die schon beinahe groteske Situation rund um den lebenswichtigen Pflanzennährstoff Phosphat (= ein endlicher Rohstoff). Einerseits schädigen wir die Umwelt und nehmen kranke Arbeiter durch den Abbau und die Herstellung in Kauf, zum Beispiel in Marokko, dem Land mit den größten Phosphat-Reserven.

Andererseits unternehmen wir große Anstrengungen – und investieren viel Geld und Energie – um das Phosphat aus unserem Klärwasser wieder zu entfernen. In aufwendigen Verfahren werden die im häuslichen Abwasser befindlichen Phosphate chemisch und/oder biologisch entfernt und landen schließlich unwiederbringlich im Klärschlamm, wo sie mit Schwermetallen und Medikamentenrückständen vermischt werden.

Abgesehen von den Unmengen an Trinkwasser – fünf bis zehn Liter pro Toilettengang – und dem hohen Energieaufwand zur Abwasserklärung und Herstellung von nur bedingt brauchbarem Klärschlamm, verzichten wir auf wertvolle Ressourcen, die wir durch moderne, wissenschaftlich begleitete und technisch ausgereifte Verfahren verhältnismäßig einfach in den (Landwirtschafts-)Kreislauf zurückführen können.

Recycling und Kompostieren State of the Art

Es kann nicht oft genug betont werden: Das System der Abfallwirtschaft braucht progressive und zukunftsfähige Lösungen und Verfahren, durch die wertvolle Ressourcen nicht als Abfall enden und verschwendet, sondern zu Dünger und Kompost werden. Die gute Nachricht ist: Es gibt sie.

Aus 1.000 Litern Urin werden 100 Liter hochwertige Nährstoffe. Der Schweizer Komposttoiletten-Hersteller Greenport hat in Zusammenarbeit mit dem Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich den „Aurin-Recyclingdünger“ entwickelt, den es zu kaufen gibt. Im sogenannten VUNA-Recyclingverfahren[4] werden wertvolle Nährstoffe aus menschlichem Urin gewonnen und können bzw. dürfen in der Schweiz genutzt werden.

Seit 2018 ist „Aurin“ vom Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft zur Düngung von essbaren Pflanzen zugelassen. Von Stickstoff, Phosphor und Kalium bis zu vielen wertvollen Spurenelementen. Alles drin.

Schwarze Erde. Auch ein zukunftsträchtiges Verfahren zur Verwertung von menschlichen Fäkalien haben die ETH-Zürich und die Firma Greenport entwickelt und im Züricher Zoo erfolgreich getestet. Das hochfruchtbare Bodensubstrat, „Terra Preta“[5] genannt, wird durch eine Zersetzung aus Kompost, Aktivkohle und menschlichem Kot gewonnen.

Dr. Martin Bauert, der Chefbiologe des Zoos zeigt sich mehr als angetan: „Die Bananenstauden sind in kürzester Zeit vier oder fünf Meter groß geworden und tragen Früchte. Wir sind so begeistert, dass wir die Erde auch noch auf anderen Flächen einsetzen werden.“[6]

Braunes Gold. Ganz im Sinne des Firmenslogans – „In Dir steckt mehr als Du denkst.“ – hat die österreichische Firma öKlo in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (Boku) und der AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit) ein Schnell-Kompostierverfahren entwickelt.

Mit Hilfe dieses Prozesses werden organische Abfälle wie Lebensmittelreste, Papier, Grünschnitt, etc. aber eben auch menschliche Ausscheidungen in wertvollen Humus/Kompost verwandelt.

Ohne auf den genauen Vorgang einzugehen: Das geschieht in wenigen Tagen, noch dazu ohne die bei einer herkömmlichen Verrottung entstehenden unangenehm riechenden und die Umwelt verschmutzenden Gase.

Das Resultat dieses Prozesses ist äußerst ermutigend. Das Substrat, das entsteht, weist neben vielen anderen wertvollen Stoffen eine erhöhte Konzentration an Nitraten, Phosphaten und Kalium (NPK) auf. Es enthält die gleichen Pflanzennährstoffe wie sie in der Natur in einem gesunden Boden vorkommen. Die positive Wirkung einer dauerhaften Anwendung wurde von Beginn an untersucht.

Wer sich über noch mehr etablierte Verfahren zur Herstellung von wertvollen Stoffen aus menschlichen Ausscheidungen informieren möchte findet in unserem Blog “Gratis Download – Bester Kompost aus Urin und Fäkalien”[7] umfassende Infos über etablierte Verfahren aus der ganzen Welt.

Noch eins: Mit Hilfe dieses Verfahrens lassen sich Substrate einfach herstellen, die einen hochwertigen Torfersatz darstellen. Womit sich der Kreis schließt: Durch eine Änderung der Kompostverordnung lässt sich auch etwas gegen den Raubbau an den Mooren machen.

Zum Schluss: Es ist Zeit zu handeln

Nichts spricht gegen die Anpassung der österreichischen Kompost Verordnung an moderne Zeiten. Wissenschaftlich begleitete, technische Prozesse garantieren, dass aus menschlichen Ausscheidungen hochwertige – und hygienisch einwandfreie – Stoffe gewonnen werden, die unserer Umwelt und damit auch uns Menschen helfen gegen Energie- und Rohstoffverschwendung anzukämpfen.

Wir wollen Klimaziele erreichen. Wir wollen gesünder leben. Wir wollen unsere Umwelt retten.

Dazu brauchen wir die richtigen Gesetze und Verordnungen.

Links zum Thema Kompost und Dünger:

[1] Rechtsgutachten öKlo
[2] https://www.agrarheute.com/tag/duengerpreise
[3] https://www.ama.at/getattachment/efa57bb4-20d2-4bd8-97f5-4191e3371c61/Reinnahrstoffabsatz-quartalsweise-ab-2014.pdf
[4] https://vuna.ch/aurin/
[5] https://www.greenport.ch/terra-preta/
[6] https://www.srf.ch/news/schweiz/mobile-plumpsklos-als-oekologische-revolution

[7] https://oeklo.at/blog/komposttoilette/kompost-aus-faekalien

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