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Trenntoilette | 2 Versionen | direkt/indirekt

Trenntoilette
Wir erklären euch die Vorteile der Trenntoiletten und warum wir bei öKlo von der indirekten Trenntoilette überzeugt sind.

Inhaltsverzeichnis

Diese Woche erklären wir euch die Unterschiede von direkten und indirekten Trenntoiletten, Trockentoiletten, die Vorteile der Trenntoiletten und warum wir bei öKlo von der indirekten Trenntoilette überzeugt sind.

DIREKT – INDIREKT

Der Unterschied zwischen einer direkten und einer indirekten Trenntoilette, so wie wir bei öKlo sie haben, ist jener, dass bei direkter Separierung die festen und flüssigen Bestandteile schon von Anfang an separat getrennt werden. Bei der indirekten Version werden die Fäkalien und der Urin durch ein Sieb getrennt, gemeinsam aufbewahrt und erst nach dem Fasswechsel das flüssige Material abgelassen und somit vom Kot und den Sägespänen getrennt.

Was ist der Unterschied?

Wenn man das Internet durchforstet, wird man einige Seiten finden, die Trenntoiletten und Trockentoiletten im Direktvergleich gegenüberstellen. Uns ist aufgefallen, dass die meisten das gleiche meinen. Eine Trockentoilette braucht kein Wasser und was für uns mit am wichtigsten ist: keine Chemie. Die Trenntoilette trennt das Flüssige (also den Urin), vom Festen. Das passiert auch ohne Wasser und Chemie. Deshalb die Bezeichnung Trockentoilette.

Eine Ausnahme gibt dann doch. Und zwar die wasserlosen Urinale, sowie Camping- (Notfall)Toiletten. Diese separieren nicht, brauchen aber auch kein Wasser. Alles kommt in einen Behälter bzw. Sack. Sie sind für den Notfall mal ganz praktisch. Und ziemlich günstig zu kaufen. Gerade an Orten, an denen Wasser nur begrenzt oder gar nicht verfügbar ist, hat die Trockentoilette riesige Vorteile

Genaueres zu wasserlosen Toilettensystemen erfahrt ihr in einem unserer Blogbeiträge vom 18. September 2019, Die Bergtoilette – 4 Alternativen

Warum wir bei öKlo von indirekter Trennung überzeugt sind

Für Unsere Zwecke ist das die effizienteste Variante und spart uns vor allem auf Festivals viel Zeit. Anstatt zwei Behälter zu tauschen, müssen wir lediglich ein Fass tauschen und sind schon fertig. Und wer schonmal auf Festivals war, versteht, dass bei der Toiletten-Station jede Sekunde zählt. (umso mehr Zeit haben wir so für unseren Service in der Kabine 😉)

Gerade für den korrekten und reibungslosen Ablauf einer Veranstaltung ist es sehr wichtig, dass hier effizient gearbeitet wird.

Außerdem gewährleistet eine direkte Trenntoilette keine 100%ige Separierung. Stell Dir vor, ein Kleinkind benutzt so eine Toilette. Die Proportionen und Maße sind nicht für Kinder angepasst, so können schnell mal Fäkalien in den Urintank gelangen oder jemand pinkelt im Stehen am „Trichter“ vorbei und wir müssten erst recht doppelt entleeren und trennen.

Ein weiteres Problem sehen wir ebenfalls in den Trichtern der direkten Trenntoiletten, da diese oftmals ein Sieb bzw. eine gelochte Platte als Auffangschutz besitzen. Sehr leicht werden diese verstopft (da reicht manchmal schon ein einzelnes Blatt Klopapier) und man kann die Trennung mal wieder vergessen.

Die Reinigung der Trichter erweist sich als eher unangenehm, da sie oft mit den Fäkalien in Berührung kommen und dann bei jeder Reinigung entnommen und ordentlich mit Wasser gereinigt werden müssen. Das ist sehr unangenehm für die Nase und auch für die Besucher, die meist vor unseren öKlos Schlange stehen.

In Punkto Reinigung erleichtert einem die indirekte Trockentoilette das Leben erheblich. Stell dir mal vor, die Fäkalien werden ohne Flüssigkeit in einem Tank gelagert, zusätzlich dazu kommt nach jedem Toilettengang eine Handvoll Sägespäne, die zusätzlich Feuchtigkeit entziehen. Der gesamte Inhalt trocknet zu einem harten Brocken und man kommt für eine ordentliche Reinigung ohne Hochdruckreiniger nicht weiter.

Bei indirekter Separierung sorgt die Flüssigkeit dafür, dass sich die Fässer fast Rückstandslos entleeren lassen. Außerdem behalten die Feststoffe dadurch eine gewisse Feuchte, die für spätere Kompostierprozesse förderlich ist (von den erwähnten Inhaltsstoffen abgesehen)

Darum haben wir von öKlo uns dafür entschieden, den Aufwand des Fasswechsels zu halbieren und dafür von Haus aus selbst zu trennen.

Einen Vorteil muss müssen wir dann aber doch dem Konzept der direkten Trockentoilette zuschreiben. Durch die direkte Trennung der Stoffe, erhält man reines Gelbwasser (Urin), welches durch den hohen Nährstoff- und Phosphorgehalt im Verhältnis 1:9 mit Wasser vermischt als Dünger verwendet werden kann. Dies gilt allerdings nur für PRIVATE Haushalte! In der Praxis ist dies aber kaum umsetzbar, da immer die Gefahr der Kontaminierung durch Fäkalien besteht.

Durch den indirekten Vorgang entsteht Braunwasser (https://de.wikipedia.org/wiki/Braunwasser), welches durch die hohe Keimbelastung ohne Vorbehandlung nicht mehr als Dünger geeignet ist.

Abschließend bleibt zu sagen, dass sicher beide Systeme Vor- und Nachteile haben, aber durch den Verzicht auf Wasser- und Chemieeinsatz eine tolle Alternative zu herkömmlichen Wassertoiletten bieten. Gerade an Orten, an denen Wasser Mangelware oder nicht frei verfügbar ist. Sowohl der Natur, als auch den Menschen, welche an abgelegenen Orten ihr Geschäft verrichten müssen, wird hierbei geholfen.

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Braunwasser

https://oeklo.at/bergtoilette-sollte-einmal-das-wasser-knapp-werden/

https://www.google.com/search?q=%C3%B6klo&tbm=isch&sxsrf=

 

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